Planung Hochbahnsteig Stadtfriedhof Bothfeld: Drei mögliche Varianten in der Auswahl – Anwohner werden befragt

An allen Stadtbahnhaltestellen in Bothfeld sollen die Bahnen künftig an Hochbahnsteigen halten. Für das Bauvorhaben Stadtfriedhof Bothfeld an der Burgwedeler Straße holt die infra (Infrastrukturgesellschaft Region Hannover) als Bauherrin nun zu den Plänen ein Meinungsbild der Betroffenen ein. Diese bekommen am kommenden Wochenende die Pläne und Ideen der infra mit einer Hauswurfsendung – der infra-eigenen Anliegerzeitung Nachbargleis – in die Briefkästen. Zudem besteht die Möglichkeit, sich online unter https://www.infra-hannover.de/bothfeld/ zu informieren und dort bis zum 23. Januar 2022 seine Eindrücke zu schildern.

Die infra hat drei grundsätzliche Haltestellenstandorte in einer Machbarkeitsstudie untersucht.

  • Variante 1: Seitenhochbahnsteige in bestehender Haltestellenlage südlich der Einmündung Eichhörnchensteg
  • Variante 2: Seitenhochbahnsteige nördlich der Einmündung Eichhörnchensteg
  • Variante 3: Seitenhochbahnsteige zwischen den Einmündungen Heimstättenstraße und Sonnenhagen

Details: Alle drei Varianten sehen 70 Meter lange Seitenhochbahnsteige vor, an denen die Drei-Wagen-Züge der modernsten Baureihen der Üstra halten können. Die Hochbahnsteige erhalten an beiden Enden jeweils Rampen, über die Fahrgäste barrierefrei zu den Stadtbahnen kommen. Durch Ampeln werden die Zugänge zu den Bahnsteigen über die Fahrbahn der Straße sowie über die Gleise gesichert, es gibt separate Flächen für Fußgänger und Radfahrer.

Variante 1

Der Hochbahnsteig wird bei dieser Variante an derselben Stelle errichtet, an der sich auch jetzt die Haltestelle Stadtfriedhof Bothfeld befindet. Die derzeitigen Abstände zu den benachbarten Haltestellen Kurze-Kamp-Straße und der Endhaltestelle Fasanenkrug bleiben gleich, sie betragen also 460 Meter (Kurze-Kamp-Straße) beziehungsweise 770 Meter (Fasanenkrug). Im Gegensatz zu heute wird an der Einmündung Eichhörnchensteg eine Ampel errichtet, so wird die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer erhöht. Der Fuß- und Radverkehr kann die Burgwedeler Straße sowohl im Süden als auch im Norden gesichert überqueren.

Vorteile: Es ändert sich nichts am bisherigen Haltestellenstandort. Die Wege zum Stadtfriedhof Bothfeld sind kurz. Die Eingriffe in die Burgwedeler Straße sind relativ gering, es kommt zu keiner Änderung der Linienführung der Straße.

Nachteile: Die angrenzende Wohnbebauung nördlich der Haltestelle wird nicht besser erschlossen als bisher. Auch die ungleichmäßig großen Abstände zu den benachbarten Haltestellen ändern sich nicht. Während der Bauzeit muss eine Ersatzhaltestelle nördlich des Eichhörnchenstegs geschaffen werden. Einzelne Bäume müssen gefällt werden.

Variante 2

Im Gegensatz zur derzeitigen Haltestelle befindet sich die zweite Variante für den Hochbahnsteig weiter im Norden und näher an den Wohnhäusern im Westen der Burgwedeler Straße, somit näher an den Menschen, die die Stadtbahnen nutzen. Durch diese Verlagerung erhöht sich der Abstand zur Nachbarhaltestelle Kurze-Kamp-Straße auf etwa 590 Meter, zum Endpunkt Fasanenkrug verringert sich die Entfernung auf etwa 640 Meter. Insbesondere der Radverkehr kann im Einmündungsbereich Heimstättenstraße die Burgwedeler Straße geradlinig auf direktem Weg überqueren. Dieser Haltestellenstandort gibt neben der Stadtbahn auch Radfahrern und Fußgängern einen angemessenen Raum und kurze Wege. Die Verkehrssicherheit und die Linienführung werden verbessert.

Vorteile: Die Abstände zu den benachbarten Haltestellen sind in etwa gleich groß. Die aus dem Norden kommenden Stadtbahnfahrgäste haben kurze Wege. Die angrenzende Wohnbebauung wird besser erschlossen als zurzeit. Per Rad und zu Fuß lässt sich die Straße besser überqueren. Die jetzige Niedrighaltestelle kann während der Bauzeit als Ersatzhaltestelle dienen. In die Burgwedeler Straße muss relativ wenig eingegriffen werden.

Nachteile: Bei dieser Lösung verlängert sich der Weg zum Stadtfriedhof theoretisch. Sofern die Friedhofsbesucher jedoch die Burgwedeler Straße an den gesicherten Stellen überqueren, bleiben die Entfernungen ungefähr gleich. Einzelne Bäume müssen für den Hochbahnsteig gefällt werden.

Variante 3

Bei dieser Planung befindet sich der Hochbahnsteig zwischen den Einmündungen Heimstättenstraße und Sonnenhagen. Angestrebt wird dadurch, möglichst viele Fahrgäste im Norden der Haltestelle zu erreichen und möglichst kurze Wegeverbindungen zu schaffen. Der Eichhörnchensteg kann geradliniger an die Burgwedeler Straße angebunden werden, um eine leistungsfähige und sichere Verkehrsanlage zu schaffen. Die jetzige Einmündung Eichhörnchensteg kann weitgehend zurückgebaut, entsiegelt und begrünt werden.

Vorteil: Die Wohnbebauung im Norden wird gut erschlossen.

Nachteile: Die notwendigen Umbauten im vorhandenen Straßenraum, die Kosten und die Betroffenheiten der Anwohnenden sind groß. Die Abstände zwischen den Haltestellen (Kurze-Kamp-Straße: 725 Meter, Fasanenkrug: 505 Meter) sind ungleich. Die Wege zum Stadtfriedhof sind weit. Es müssen mehrere Bäume gefällt werden.

Vorzugsvariante infra

Die Variante 2 stellt aus Sicht der infra eine gute Kompromisslösung für alle Beteiligten im Umfeld der Haltestelle dar. Gründe dafür sind die gute Erschließungswirkung der Stadtbahnhaltestelle und die geradlinigen Wegeverbindungen für den Fuß- und Radverkehr auf der Ost-West-Achse. Das Naherholungsgebiet ist gut angebunden. Die Auswirkungen auf den Kraftfahrzeugverkehr auf der Burgwedeler Straße sind gering. Die Seitenhochbahnsteige fügen sich zusammen mit neu zu pflanzenden Bäumen städtebaulich gut in die Umgebung ein.

Die Variante 1 ist baulich ähnlich aufwändig und kostet auch ungefähr gleich viel.

Bei der Bewertung der Varianten liegt der Schwerpunkt aus Sicht der infra auf der Erschließungswirkung: Die Fahrgäste aus dem Norden können die Stadtbahn schneller erreichen.

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