Der neue Seitenhochbahnsteig an der Stadtbahnhaltestelle Reiterstadion nimmt Formen an: Nach dem Mitte Juli begonnenen Abriss der alten Anlage, sind am Montag (17. August) ein großer Kran und Tieflader vorgefahren. Geladen waren die ersten Fertigteile für den künftigen Hochbahnsteig auf der Seite, wo die stadtauswärts fahrenden Bahnen der Linie 2 halten. Am Ausleger des Krans wurden die jeweils gut 8 Tonnen schweren Betonteile direkt von den Tiefladern neben die Gleise gehievt und dort zentimetergenau an die vorgegebenen Stellen bugsiert.
Weitere Teile des Hochbahnsteigs werden in zwei Wochen, am 31. August 2026, angeliefert und dann ebenfalls tagsüber sofort aufgestellt. Vollendet wird die Haltestelle in der folgenden Nacht auf den 1. September. Da mehrere der Fertigteile nur von den Gleisen aus exakt platziert werden können und der Stadtbahnbetrieb nicht beeinträchtigt werden soll, geschieht dies während der Stadtbahnbetriebspause. Nochmals rund 2 bis 3 Stunden Arbeitszeit sind dafür veranschlagt, dann sollen alle 30 Bahnsteigteile an Ort und Stelle stehen.
Weiter geht es mit dem Ausbau: Bodenplatten werden aufgebracht, Kabel für Beleuchtung und die Anlagen wie Fahrtzielanzeiger und Fahrkartenautomaten gelegt und schließlich Geländer angebracht. Im November dieses Jahres soll alles fertig sein, der Seitenhochbahnsteig ist dann für die Fahrgäste der Linie 2 nutzbar, auch wenn eventuell noch kleinere Restarbeiten zu erledigen sein sollten.
Während der Bauarbeiten ist in Richtung stadtauswärts kein Tiefbahnsteig als Ersatzhaltestelle eingerichtet, der Halt Reiterstadion entfällt auf dieser Seite ersatzlos. Trotzdem gibt es die Möglichkeit, die Haltestelle auch während der Bauarbeiten barrierefrei zu erreichen. Hierfür bittet die ÜSTRA die Fahrgäste, bis zur benachbarten Haltestelle Vahrenwalder Markt zu fahren und anschließend mit den Stadtbahnen in Fahrtrichtung Gleidingen eine Station bis zur Haltestelle Reiterstadion zurückzufahren. Die Fahrgäste werden über Aushänge und Lautsprecheransagen auf dem betroffenen Streckenabschnitt über den Ausfall der Haltestelle informiert.
Der Bahnsteig auf der stadteinwärtigen Haltestellenseite soll nach den derzeitigen Planungen im kommenden Jahr abgerissen und neu gebaut werden. Ein exakter Termin steht noch nicht fest. Die Arbeiten werden ebenfalls wieder rund vier Monate lang dauern. Im Frühjahr 2027 sollen an der Haltestelle Tempelhofweg die Arbeiten für den Neubau des Hochbahnsteigs stadteinwärts beginnen. Nach der Inbetriebnahme im Frühsommer 2027 wird der Bahnsteig gegenüber abgerissen.
Bereits erneuert und wieder in Betrieb sind die Hochbahnsteige an den Haltestellen Vahrenheider Markt und Großer Kolonnenweg. Dort war jeweils im vergangenen Sommer mit Abriss und Neubau jeweils einer Seite begonnen worden, die gegenüberliegenden Seitenhochbahnsteige wurden im Anschluss neu gebaut. Zurzeit werden zwar noch Restarbeiten erledigt und Provisorien zurückgebaut, auf den Stadtbahnbetrieb wirkt sich dies aber nicht aus.
Hintergrund: Im Norden entlang der Strecke der Stadtbahnlinie 2 wurden zwischen der Haltestelle Großer Kolonnenweg und dem Endpunkt Alte Heide schon Ende der 1970er Jahre Hochbahnsteige errichtet. Die Hochbahnsteige sind sanierungsbedürftig, entsprechen nicht dem aktuellen Stand der Technik und erfüllen auch nicht die jetzt geltenden Normen. So ist die Beleuchtung aus heutiger Sicht unzureichend und die Beläge sind verschlissen.
Früher wurde in der Regel nur an einer Seite des Bahnsteiges eine Rampe für in der Bewegung eingeschränkte Fahrgäste gebaut. Den Rampen fehlt zudem ein Zwischenpodest, das die Möglichkeit zu einem kurzen Verschnaufen bietet. Mit einer Länge von 60 Metern sind die Hochbahnsteige für die langen Drei-Wagen-Züge der ÜSTRA zehn Meter zu kurz. Die Neubauten haben eine Länge von 70 Meter, was aktueller Standard im Stadtbahnnetz ist.